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Wie er zur Fotografie kam
Gerald Axelrod, 1962 in der tiefsten österreichischen Provinz geboren, fing bereits mit 10 Jahren an, zu fotografieren; mit 13 hat er sich seine erste Dunkelkammer eingerichtet und schließlich das Fotografieren und Entwicklen als Autodidakt erlernt. Mit 23 Jahren fing er an, Filme zu drehen. Als es ihm 1997 gelang, einen Verlag für seine Fotos zu interessieren und ein Buch zu veröffentlichen, gab er das Filmen auf, um sich wieder ganz der Fotografie zu widmen."Ich bearbeite meine Fotos mit großem Aufwand - Doppel-, Drei- bis Vierfachbelichtungen - dementsprechend nach, so daß sie meine ganz persönliche Sichtweise wiedergeben.
Ich habe alles durch 'try and error' erlernt. Andere Fotografen, mit denen ich gesprochen habe, waren sehr überrascht, wie ich entwickle. Wie gesagt, ich belichte ein Bild mehrfach, um z.B. Hintergründe ganz im Schwarz absaufen zu lassen."
Welche Stimmung möchtest Du mit Deinen Bildern erzeugen?
Mich fasziniert das Unheimliche.
Ich hatte einmal ein Schlüsselerlebnis: Im Alter von 13 Jahren sah ich den Film "Tanz der Vampire". Das war ein überwältigendes Erlebnis für mich. Ich lag die halbe Nacht wach und war völlig begeistert. Im Grunde genommen hat mich an den Friedhöfen immer dieses Element des Horrors fasziniert. Die italienischen Friedhöfe mit ihren unglaublich prunkvollen Bauten - auf manchen Friedhöfen gibt es ja auch richtige Labyrinthe - liegen alle im Halbdunkel, voller unheimlicher Statuen, zum Teil auch mit Totenköpfen.
Das war für mich immer so, als wenn ich live in einem Horrorfilm wäre. Und genau diese unheimliche, bedrohliche Atmosphäre will ich mit meinen Bildern erzeugen."
"Man kennt heute nur noch das von der katholischen Kirche geprägte Bild von den 'heiligen' Engeln und vergißt immer, daß ja auch die Höllenengel früher mal im Himmel waren, daß also Engel im Grunde genommen sehr zwiespältige Wesen sind, die durchaus auch zu Sünden bereit sind wie z.B. Luzifers Rebellion gegen Gott, der sich ja immerhin ein Drittel aller Engel angeschlossen hat."