Krause Matthias B.
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Es gibt nicht viel, was man über Matthias Krause wissen sollte: Dass er 1984 in Bad Honnef (bei Königswinter) geboren und dann in Königswinter (bei Bad Honnef) aufgewachsen ist, gehört sicherlich nicht dazu.
Anschließend:
Kindergarten – war.
Grundschule – war.
Gymnasium – war.
Danach wollte er eigentlich seinen Zivildienst in Argentinien machen, weil er wohl dachte, dass sei toll. Der Argentinier sah das erwartungsgemäß anders. Deshalb musste sich Herr Krause nach einer Alternative umsehen und fand sie in einem Bauernhof mit Behindertenpädagogik in Estland – die Unterschiede zu Argentinien sind ja sowieso nur marginal. Schon mit der Fahrt vom Tallinner Flughafen zum Bauernhof war seine Seele verwirkt: Vorne, rechts und links – Nichts. Zwischen dem Nichts - Kiefernhaine. Im Rückspiegel: Gewaltige Plattenbauten verschwinden im stahlblauen Himmel. Auch wenn er es damals noch nicht ahnte, war sein Schicksal mit diesem Anblick entschieden, der Osten hatte ihn.
Danach folgten Studienaufenthalte in Polen und in der Ukraine und ein Praktikum in Kasachstan. Und dort in Kasachstan muss ihn irgendetwas zu seinem ersten Buch „Sonne wie Winter“ inspiriert haben - was genau, ist ihm selbst ein Rätsel...
Daneben schloss er sein Studium in Deutschland ab. Endlich fertig, schnellte er wie ein Jojo wieder zurück in den Osten und arbeitete ein Jahr in Tschechien als Deutschlehrer. Dies war aber nur eine Zwischenstation auf dem Weg ins einzige, unvergleichliche: Sumy. Wer Sumy auf der Karte finden will, sollte einfach da suchen, wo Nichts ist. Und zwar eine ganze Menge davon. Guter Platz. Genau dort also arbeitet er als Lektor der Robert-Bosch-Stiftung und unterrichtet Deutsch an der Universität.

